Die Kartoffelproduzent/innen sagen 2x Nein zu den Agrar-Initiativen

Medienmitteilung der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten vom 14. April 2021

Am 13. Juni stimmt die Schweiz über die beiden extremen Agrar-Initiativen ab: Die «Trinkwasserinitiative» und die «Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide». Die Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten (VSKP) setzt sich seit Jahrzehnten für eine nachhaltige Kartoffelproduktion in der Schweiz ein. Mit der Annahme der beiden Initiativen würde die Kartoffelproduktion in der Schweiz stark eingeschränkt. Wir sagen daher klar: 2x Nein am 13. Juni!

Die Kartoffelproduzent/innen sagen 2x Nein zu den Agrar-Initiativen

Sowohl die «Trinkwasserinitiative» wie auch die «Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» schiessen weit am Ziel vorbei. Die Annahme der Trinkwasserinitiative hätte für die Umwelt sogar negative Folgen wie unlängst eine Studie von Agroscope aufzeigte. Dennoch: Die beiden Initiativen greifen wichtige Themen auf. Die Kartoffelproduzent/innen unterstützen deshalb das vom Parlament beschlossene neue Pestizidgesetz. Dieses ist eine glaubwürdige Antwort auf die beiden Initiativen und tritt spätestens 2023 in Kraft. Der Handlungsbedarf ist also längst erkannt!

Gut gemeint, aber schlecht gemacht
Die Trinkwasserinitiative schreibt vor, dass nur noch jene Betriebe Direktzahlungen erhalten, welche ihre Nutztiere ausschliesslich mit hofeigenem Futter füttern. Jährlich erhalten Nutztiere jedoch auch zwischen 10'000 und 20’000 Tonnen Kartoffeln– weil sie Naturprodukte sind und nicht jede Kartoffel so wächst, dass sie von den Konsumenten gekauft wird. Unverkäufliche Kartoffeln gelangen so indirekt doch in die menschliche Ernährung. Mit der Annahme der «Trinkwasserinitiative» würden Tausende Tonnen Kartoffeln in Biogasanlagen «vernichtet»– ein ökologischer Unsinn!

Aus den Augen aus dem Sinn
Der Anbau von Kartoffeln ist anspruchsvoll. Leider ist es heute trotz intensiver Forschung und Züchtung noch nicht möglich, Kartoffeln ohne Schutz gegen die aggressive Pilzkrankheit «Kraut- und Knollenfäule» anzubauen. Sowohl im konventionellen wie auch im biologischen Landbau werden dagegen Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Die Annahme beider Initiativen würde den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zum Schutz der Kartoffeln massiv einschränken und damit den Anbau nahezu verunmöglichen. Die Folge: Kartoffeln kämen zukünftig hauptsächlich aus Ländern, in denen die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erlaubt ist oder wären aufgrund der hohen Anforderungen nur noch begrenzt verfügbar. Probleme sind so nicht gelöst, sondern nur exportiert!

Rückfragen

Ruedi Fischer

Präsident, Mobile 079 270 60 38