Studien bestätigen – die Trinkwasserinitiative ist kontraproduktiv

Die Forschungsanstalt Agroscope hat in verschiedenen Szenarien die Auswirkungen einer Annahme der Trinkwasserinitiative und in einer Folgestudie auch die daraus resultierenden Umwelteffekte analysiert. Das Fazit in Kürze: Da die inländische Produktion sinken und in der Folge die Importe zunehmen würden, hat die Trinkwasserinitiative bei 12 von total 15 Indikatoren eine negative Wirkung auf die Umwelt.

Auswirkungen der Trinkwasserinitiative auf Landwirtschaftsbetriebe

Auch eine betriebswirtschaftliche Analyse von 11 «typischen» Landwirtschaftsbetriebe der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL bestätigt, dass die Trinkwasserinitiative die gewünschte Wirkung nicht erzielen würde, sondern vielmehr das Gegenteil. Sie würde im Gegenteil zu einer Intensivierung der Landwirtschaft führen.

Obst: Tamara und Stefan Anderes, Egnach TG


Ohne Pflanzenschutzmittel würden die Produkte den hohen Anforderungen von Handel sowie Konsumentinnen und Konsumenten nicht mehr genügen und die Produktion wäre gefährdet. Der Betrieb würde den Verlust der Direktzahlungen hinnehmen und aus dem ökologischen Leistungsnachweis aussteigen.

Schweine: Andreas Boog, Beromünster LU


Familie Boog hält aktuell 100 Mutterschweine. Mit der verfügbaren Ackerbaufläche wäre sie in der Lage, 15 Tiere zu ernähren. Sie würde gezwungenermassen auf die Direktzahlungen verzichten und aus dem ökologischen Leistungsnachweis aussteigen.

Kartoffeln: Susanne und Urs Bürgi, Limpach BE


Ohne Pflanzenschutzmittel würde die Produktion von Kartoffeln und Zuckerrüben um 40 bis knapp 60% zurückgehen. Familie Bürgi würde die Produktion von einheimischen Kartoffeln und Zuckerrüben aufgeben und stattdessen auf Getreide umsteigen.

Gemischter Betrieb: Hansjörg und Verena Fuhrimann, Langenthal BE


Die Schweineproduktion würde zugunsten der Milchproduktion massiv zurückgehen. Nur so könnte die Familie Fuhrimann die Tiere mit eigenem Futter füttern. Zudem müsste der Betrieb auf die Produktion von einheimischen Kartoffeln und Raps verzichten und sich stattdessen auf Getreide konzentrieren.

Poulet: Mathias und Iris Schweizer, Wynigen BE


Die Nachfrage nach Schweizer Geflügel steigt. Darum investierte die Familie Schweizer 2017 in einen Pouletstall. Da es schlicht unmöglich ist, das Futter für die rund 8000 Plätze selbst zu produzieren, wäre der Betrieb gezwungen, auf die Direktzahlungen zu verzichten und aus dem ökologischen Leistungsnachweis auszusteigen.

Eier: Emil Scheurer, Wolfertswil SG


Um das Futter für die Legehennen selbst zu produzieren, fehlt die nötige Fläche. Wird die Trinkwasserinitiative angenommen, ist ein Ausstieg aus den Direktzahlungen wahrscheinlich die einzige Option. Auch die Tiere würden darunter leiden, denn die Legehennen müssten auf den Auslauf im Freiland verzichten. Diese Fläche bräuchte der Betrieb neu für die Milchkühe.